Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

Die systemische Szene, die als eine freigeistig-widerständige “Graswurzelrevolution” begann, hat sich längst über viele “Abstimmungen mit den Füßen” zu einer breiten Basisbewegung weiterentwickelt. Ihr Markenzeichen ist ein lebendiges, bewegliches und auf Kooperation ausgerichtetes Selbstverständnis psychosozialer Praxis und Lebensgestaltung.

Der Erfolg des systemischen Ansatzes bei den psychosozialen PraktikerInnen und darüber hinaus ist ein Anlass zur Freude. Er ist aber auch eine Aufgabe für diejenigen, die zunehmend mit in der ersten Reihe der Verantwortung für die Pflege, Weitergabe und kontinuierlichen Modifikation der systemischen Gehalte und der systemischen Weiterbildungskultur stehen. Die SGST als Gründungsmitglied der systemischen Gesellschaft (SG) mit Weiterbildungsangeboten im Saarland und in Rheinland-Pfalz (Neustadt) steht zu dieser Verantwortung. Wir LehrtherapeutInnen der SGST sind unentwegt dabei, systemische Konzepte verständlich und innovativ in die Weiterbildung einzubringen, in Supervisions- und Selbsterfahrungsseminare, in Therapie- und Coaching-Prozesse, in Gremien im Gesundheitswesen und in Veröffentlichungen.

Als LehrtherapeutInnenteam ist es uns dabei nie langweilig geworden. Es gelingt uns seit vielen Jahren, die bereichernde, manchmal zunächst auch irritierende Vielfalt persönlicher Farben und Ideen im LehrtherapeutInnenteam zu integrieren und daraus ein attraktives, Bewährtes und Neues verbindendes SGST-Programm zu schaffen.

Dabei bestätigt sich der oben zitierte Spruch von Konfuzius immer wieder: man lernt nie aus! Ein gutes Beispiel dafür sind die Entwicklungen der modernen Hirnforschung, die für uns SystemikerInnen eine weitere wissenschaftliche Bestätigung unserer ressourcen- und lösungsorientierten Konzepte sind (Klaus Grawe, Neuropsychotherapie, Göttingen 2004) und ein weiterer Anlass zur interdisziplinären Kooperation. Woody Allen hat es einmal so ausgedrückt (in: der Schläfer): “Mein Gehirn ist mein zweitwichtigstes Organ!” Das Gehirn ist nach Gerald Hüther nicht zum Denken da. Es ist ein Sozialorgan mit enormer Plastizität und dient gleichzeitig als Steuerungszentrale für das seelische und körperliche Wohlbefinden. Neuere Trends, auch aus dem Feld der Hirnforschung, werden von unserem LehrtherapeutInnenteam in die Weiterbildung integriert. Sie werden einbezogen in die angebotenen Supervisions- und Selbsterfahrungsseminare. Sie finden sich auch in den Weiterbildungsseminaren (WS), die als ergänzende Bausteine für das Zertifikat “Systemische Therapie und Beratung” und für weitere InteressentInnen angeboten werden. GastdozentInnen im Sondercurriculum “Entwicklungsorientierte Beratung”, im Newcomer-Angebot und in den angebotenen Ateliers unterstützen unser LehrtherapeutInnenteam beim Vermitteln innovativer Ansätze.

Besonders hinweisen dürfen wir auf die Ateliers von Hans Jellouschek zur “systemisch-integrativen Paartherapie”, Hans Schindler zu “kreativen Methoden”, Tom Levold zur “affektiven Kommunikation” und von Matthias Varga v. Kibed zu “systemischen Strukturaufstellungen”.

Viel Spaß beim Stöbern in unseren Angeboten im Saarland und in Rheinland-Pfalz!


Kurt Hahn
im September 2008




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