Sondercurriculum: Entwicklungspsychologische Beratung

Dies ist eine Einzelveranstaltungen, die unabhängig von den angebotenen Curricula belegt werden kann. Beachten Sie bitte auch das aktuellere Sondercurriculum Entwicklungspsychologische Beratung!

Fragestellung

Eine sichere Bindung zwischen Müttern, Vätern und ihren Kindern stellt eine wichtige Voraussetzung für die sozial-emotionale Entwicklung von Kindern dar. Unsicherheiten und Störungen in der frühen Eltern-Kind-Interaktion können zu Verhaltensproblemen bei Kindern führen. In der Beratungspraxis und Therapie wird immer offenkundiger, dass insbesondere für Familien mit psychosozialen Risiken die Notwendigkeit einer frühen und beziehungs-orientierten Förderung der Eltern-Kind-Beziehung zwingend notwendig ist.

Fachkräfte in der Jugendhilfe sind deshalb aufgerufen, frühe Warnzeichen zu sehen, richtig zu interpretieren und notwendige und geeignete Hilfe mit den Familien zu entwickeln und zu koordinieren.

Professionelle Hilfe zu entwickeln setzt ein Basis- und Handlungswissen der Fachkräfte, die mit Familien mit Säuglingen und Kleinkindern arbeiten, voraus.

Die Weiterbildung greift genau diese Aspekte auf, um Mitarbeitern in unterschiedlichen Arbeitsfeldern der Jugendhilfe und angrenzenden Tätigkeitsfeldern aktuelle Erkenntnisse der Entwicklungspsychologie und der Säuglingsforschung zu vermitteln, mehr Sicherheit in der Einschätzung von Risiko- und Schutzfaktoren der frühkindlichen Entwicklung zu geben sowie geeignete Zugangswege zu Familien mit kleinen Kindern zu entwickeln.

Zielgruppe

Personen, die im Kontext ihrer beruflichen Tätigkeit für die Unterstützung von Familien verantwortlich sind und ihre Kompetenzen für den Bereich der frühen Kindheit erweitern möchten, wie zum Beispiel Mitarbeiterinnen des Sozialpädagogischen Dienstes (ASD) und der Sozialpädagogischen Familienhilfe (SPFH), von Kindertagesstätten, Mutter- Kind-Einrichtungen, Hebammen, Kinderkrankenschwestern, Frühförderinnen, Vormünder und Verfahrenspflegerinnen.

Ziel

Die Weiterbildung versetzt die Teilnehmer in die Lage, Chancen und Risiken für die Entwicklung von Babys und Kleinkinder in ihren Familien zu beobachten und einzuschätzen. Auf dieser Basis werden sie befähigt, Hilfen zu organisieren, die den Aufbau einer sicheren Beziehung zwischen dem Kind und seinen Eltern unterstützt.

In der Weiterbildung werden relevante entwicklungspsychologische Beobachtungskategorien vermittelt, wird differenziertes Beobachten eingeübt und auf einer beschreibenden Ebene in Worte gefasst. Die in der Weiterbildung vermittelte Ressourcen- und Lösungsorientierung sowie der partnerschaftliche Dialog sind wichtige Modelle für den Umgang mit Familien.

Inhalte:

Entwicklungschancen in der frühen Kindheit

  • Feinzeichen von Regulation und Belastetheit des Kindes
  • Grundlagen der Bindungstheorie: Bindungsentwicklung und elterliche Feinfühligkeit
  • Verhaltensbeobachtung von Eltern-Kind-Interaktionen
  • Differenzierung von Bindungsstrategien im Kontext der Gesamtentwicklung

Entwicklungsrisiken in der frühen Kindheit

  • Regulationsstörungen, Warnzeichen für Misshandlung und Vernachlässigung
  • Bedeutungszuschreibungen und Missverständnisse bei Eltern und bei Helfern
  • Bindungsstörungen und Konsequenzen für die kindliche Entwicklung
  • Besondere Situationen der Eltern wie Behinderung oder psychische Erkrankungen

Ressourcen für die Arbeit und Anforderung an Hilfeplanung

  • Kommunikation mit Eltern und anderen Helfern - Umgang mit Widerstand und Angst
  • Datenschutz und Kooperation
  • Trennungen, familienersetzende Hilfen und die Gestaltung von Übergängen
  • Projektsupervision, -präsentation und Selbstreflexion

Praxisprojekt

Die Durchführung und der Erfolg der Weiterbildung sind an ein praktisches Projekt innerhalb des Tätigkeitsfeldes gebunden, das von den Teilnehmern kursbegleitend entwickelt, reflektiert und präsentiert wird. In arbeitsfeldübergreifenden Gruppen wird ein Hilfeplan für eine Familie mit einem Baby oder Kleinkind ausgehandelt.

Leitung

Die Weiterbildung wird von Dr. Mauri Fries (Diplompsychologin, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin, Supervisorin, und Barbara Bütow (Diplompädagogin mit Zusatzausbildung in systemischer Organisationsberatung, Mediation und Coaching) durchgeführt.

Der Kurs wird durchgängig von beiden Dozentinnen geleitet.

Struktur

Die Weiterbildung ist an die Situation von Berufstätigen angepasst. Der Grundkurs umfasst 12 Tage, die in 4 dreitägige Module aufgeteilt sind. Zwischen den Modulen treffen sich die Teilnehmerinnen in einer selbstorganisierten Lern- und Übungsgruppe. An den Grundkurs anschließend kann ein Aufbaukurs gebucht werden (Start im September 2009, 1x2 Tage und 3x3 Tage), in dem die Anwendung der entwicklungspsychologischen Grundlagen in der Beratungspraxis im Vordergrund steht.

Ort Akasa, Gipserstr. 15, Neustadt an der Weinstrasse
Teilnehmerzahl: 18
Zertifikat Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmerinnen ein qualifiziertes Zertifikat der SGST und des Martha-Muchow-Instituts Leipzig.
Teilnahmegebühr 1130,– €
Der Preis enthält 50,- € Organisationsgebühr.
Termine

10.09.08 - 12.09.08
10.12.08 - 12.12.08
30.03.09 - 01.04.09
25.05.09 - 27.05.09

(jeweils Beginn am 1. Tag um 10 Uhr, Ende am 3. Tag gegen 15:30 Uhr)

Anmeldung

Andreas Kannicht
67433 Neustadt an der Weinstraße, Gipserstr. 15
Siehe auch: Ausbildung in Entwicklungspsychologischer Beratung im aktuellen Programm