Curriculum Therapie und Beratung

Das Curriculum Therapie und Beratung ist modular aufgebaut. Die einzelnen Bausteine können Sie sich selbst zusammen stellen (oder auch ohne den Rahmen eines Curriculums einzeln belegen). Welche Anforderungen dabei für ein SGST– oder SG–Zertifikat gestellt werden, lesen Sie im Folgenden. Auch die Erneuerungen mit dem Programm 2007 sind beschrieben. (Siehe auch: Übersicht/Editorial). Die konkreten Veranstaltungen sind in der Navigation und ganz am Ende dieser Seite verlinkt.

Weiterbildungsabschluss der SGST

Um der zunehmenden Vielfalt wichtiger Basisthemen in der systemischen Therapie Rechnung zu tragen und gleichzeitig den TeilnehmerInnen an unseren Ausbildungsgängen mehr Einfluss auf die Lerninhalte und die ReferentInnenwahl zu ermöglichen, haben wir uns zu einer Veränderung unserer curricularen Struktur entschlossen.
Die gesamte Weiterbildung vermittelt selbstverständlich nach wie vor die theoretischen Grundlagen, das Handwerkszeug und die Haltung des systemisch-konstruktivistischen Vorgehens. Ziel der Weiterbildung ist der Erwerb einer lösungsfokussierten Beratungs- und Therapiekompetenz. Der Prozess der professionellen und persönlichen Entwicklung wird durch eine übungsintensive Ausrichtung der Weiterbildung gefördert.

Nun zu den Änderungen:
Der Grundkurs wird zukünftig aus 18 Kurstagen bestehen. Zusätzlich finden insgesamt 6 Tage kursbegleitende Supervision statt. Zur qualitativen Verbesserung der Ausbildung sollen regelmäßig stattfindende Live-Interviews und deren Analyse im Rahmen der Weiterbildungsseminare beitragen. Diese haben das Ziel, die therapeutische Haltung, die Wahl unterschiedlicher Perspektiven und den Einsatz bekannter und neuer Methoden zu demonstrieren und zu diskutieren.
Auch die Struktur des Aufbaukurses wird sich ab 2008/2009 im Hinblick auf die Auswahl der ReferentInnen, die für spezielle Themen eingeladen werden, verändern. Bisher wurden aus organisatorischen Gründen die ReferentInnen vor Beginn des Aufbaukurses bereits eingeplant. Damit lagen die Themen für die jeweiligen AufbaukursteilnehmerInnen fest. Nun soll es die Möglichkeit für die TeilnehmerInnen geben, sich parallel zum oder im Anschluss an den laufenden Aufbaukurs die noch fehlenden Lehrstunden, die Themen und die ReferentInnen, selber auszuwählen. Hierfür werden pro Jahr verschiedene Seminare, Seminarreihen und Ateliers zu unterschiedlichen Themen mit unterschiedlichen ReferentInnen angeboten.

Die neue Struktur sieht folgendermaßen aus:

Grundkurs (9 x 2 Tage bzw. 6 x 3 Tage) 144 Stunden
kursbegleitende Supervisionsseminare (3 x 2 Tage) 48 Stunden
Aufbaukurs (6 x 2 Tage bzw. 4 x 3 Tage) 96 Stunden
kursbegleitende Supervisionsseminare (3 x 2 Tage) 48 Stunden
Freie Auswahl von Ateliers/ Weiterbildungsseminaren (4 x 2 Tage) 64 Stunden
Gesamt 400 Stunden
 
SV zusätzlich 56 Stunden
SE zusätzlich 150 Stunden
Gesamt 606 Stunden

Begleitend zur Weiterbildung finden selbstorganisierte Peergruppentreffen im Umfang von mindestens 100 Stunden statt. Die Grund- und Aufbaukurse können zusammen oder getrennt gebucht werden. Die Weiterbildung schließt ab mit einem Zertifikat der Saarländischen Gesellschaft für Systemische Therapie e.V., für das ab 2007 eine Verwaltungsgebühr von 50,– € erhoben wird.
Grundsätzlich werden Bausteine aller in der Systemischen Gesellschaft e.V. organisierten Institute anerkannt. Wenn alle Bausteine nachgewiesen werden, kann das Abschlusszertifikat der SGST ausgestellt werden.

Zertifizierung durch die SG

Für die Zertifizierung durch die SG müssen zusätzlich 200 Stunden therapeutische Praxis unter systemischer Perspektive nachgewiesen werden. Vier Therapie- oder Beratungsprozesse, die während der Ausbildung supervidiert worden sind, werden schriftlich dokumentiert und von einem Lehrtherapeuten abgenommen. Genaue Informationen zum Prozedere finden Sie im folgenden Dokument:

2005_SGST_Zertifizierung_Ablaufplan.pdf (ist auch 2007 gültig)
(290 KB groß, etwa 5 Sekunden Downloadzeit mit DSL, 2 Minuten mit Modem/ISDN. Zum Betrachten benötigen Sie z.B. den kostenlosen Acrobat Reader.)

Fort- und Weiterbildungsinhalte

Allgemeines:
  • Historische Entwicklung
  • Ausbildungsgänge
  • Berufspolitik
  • Therapieplanung
  • Zeitdimension/Timing
  • Indikation/Kontraindikation
  • Kontaktaufnahme
  • Dokumentation
  • Erst- und Folgegespräche
Theoretische Grundlagen:
  • Systemtheorie (z. B. Maturana, Luhmann)
  • Konstruktivismus (z. B. Glasersfeld, von Foerster)
  • Konstruktionismus (z. B. Gergen)
  • Kommunikationstheorie (z. B. Bateson, Watzlawick)
Systemische Haltungen:
  • Allparteilichkeit/Neutralität
  • Kontextsensibilität (gender, institutionell, gesellschaftlich, politisch)
  • Ressourcenorientierung
  • Zukunftsorientierung
  • Wertschätzung
  • Respektlosigkeit
  • Neugier
  • Humor
  • Kundenorientierung
  • Rollendifferenzierung
Techniken:
  • Auftragsklärung
  • Kontextklärung
  • Hypothetisieren
  • Genogrammarbeit
  • Organigrammanalyse
  • Gesprächsführung
  • Systemisches Fragen
  • Analyse nonverbaler Prozesse
  • Interventionen
  • Metaphern, Rituale, Witze
  • Externalisierung
  • Skulpturen
  • Co-Therapie
Systemische Praxis:
  • Mailänder Ansatz (z.B. Boscolo, Cecchin)
  • Heidelberger Modell (z.B. Stierlin)
  • Reflecting Team (z. B. Andersen)
  • Lösungsorientiertes, -fokussiertes Vorgehen (z. B. de Shazer)
  • Narrativer Ansatz (z.B. Goolishian, White)
Settings:
  • Einzelpersonen
  • Paare
  • Familien
  • größere Systeme
  • Teams
  • Gruppen
  • Organisationen/Institutionen
Therapieintegration:
  • Allgemeine Psychotherapie
  • Hypnotherapie
  • Systemaufstellungen
  • Provokative Therapie
Spezielle Themen und Praxisfelder:
  • z. B. Erziehungsberatung, Jugendhilfe, Psychiatrie, Psychosomatik, integrierte oder integrierbare Techniken/Methoden anderer Therapierichtungen, dargestellt durch ausgewählte GastreferentInnen
  • an den Arbeitskontexten der TeilnehmerInnen orientiert

Die Veranstaltungen konkret

  1. Baustein: Grundkurs
  2. Baustein: Aufbaukurs
  3. Baustein: Supervision
  4. Baustein: Selbsterfahrung