SC 02: Entwicklungspsychologische Beratung in Zusammenarbeit mit dem Martha-Muchow-Institut Leipzig und Berlin

Dieses Angebot ist von 2007. Beachten Sie auch die Sondercuricula im aktuellen Programmheft

Beschreibung

"Säuglinge und Kleinkinder in der Jugendhilfe"
ñ entwicklungspsychologische Grundlagen und Anforderungen an Hilfeplanung und Kooperation

Eine sichere Bindung zwischen Müttern, Vätern und ihren Kindern stellt eine wichtige Voraussetzung für die sozialemotionale Entwicklung von Kindern dar. Unsicherheiten und Störungen in der frühen Eltern-Kind-Interaktion können zu Verhaltensproblemen bei Kindern führen. In der Beratungspraxis und Therapie wird immer offenkundiger, dass insbesondere für Familien mit psychosozialen Risiken die Notwendigkeit einer frühen und beziehungsorientierten Förderung der Eltern-Kind-Beziehung zwingend notwendig ist. Fachkräfte in der Jugendhilfe sind deshalb aufgerufen, frühe Warnzeichen zu sehen, richtig zu interpretieren und notwendige und geeignete Hilfe mit den Familien zu entwickeln und zu koordinieren.

Professionelle Hilfe zu entwickeln setzt ein Basis- und Handlungswissen der Fachkräfte, die mit Familien mit Säuglingen und Kleinkindern arbeiten, voraus. Die Weiterbildung greift genau diese Aspekte auf, um Mitarbeitern in unterschiedlichen Arbeitsfeldern der Jugendhilfe und angrenzenden Tätigkeitsfeldern aktuelle Erkenntnisse der Entwicklungspsychologie und der Säuglingsforschung zu vermitteln, mehr Sicherheit in der Einschätzung von Risiko&ndash, und Schutzfaktoren der frühkindlichen Entwicklung zu geben sowie geeignete Zugangswege zu Familien mit kleinen Kindern zu entwickeln.

Zielgruppe: Personen, die im Kontext ihrer beruflichen Tätigkeit für die Unterstützung von Familien verantwortlich sind und ihre Kompetenzen für den Bereich der frühen Kindheit erweitern möchten, wie zum Beispiel Mitarbeiterinnen des Sozialpädagogischen Dienstes (ASD) und der Sozialpädagogischen Familienhilfe (SPFH), von Kindertagesstätten, Mutter- Kind-Einrichtungen, Hebammen, Kinderkrankenschwestern, Frühförderinnen, Vormünder und Verfahrenspflegerinnen.

Ziel: Die Weiterbildung versetzt die Teilnehmer in die Lage, Chancen und Risiken für die Entwicklung von Babys und Kleinkindern in ihren Familien zu beobachten und einzuschätzen. Auf dieser Basis werden sie befähigt, Hilfen zu organisieren, die den Aufbau einer sicheren Beziehung zwischen dem Kind und seinen Eltern unterstützt.

In der Weiterbildung werden relevante entwicklungspsychologische Beobachtungskategorien vermittelt, wird differenziertes Beobachten eingeübt und auf einer beschreibenden Ebene in Worte gefasst. Die in der Weiterbildung vermittelte Ressourcen- und Lösungsorientierung sowie der partnerschaftliche Dialog sind wichtige Modelle für den Umgang mit Familien.

Inhalte

Entwicklungschancen in der frühen Kindheit
  • Feinzeichen von Regulation und Belastung des Kindes
  • Grundlagen der Bindungstheorie: Bindungsentwicklung und elterliche Feinfühligkeit
  • Verhaltensbeobachtung von Eltern-Kind-Interaktionen
  • Differenzierung von Bindungsstrategien im Kontext der Gesamtentwicklung
Entwicklungsrisiken in der frühen Kindheit
  • Regulationsstörungen, Warnzeichen für Misshandlung und Vernachlässigung
  • Bedeutungszuschreibungen und Missverständnisse bei Eltern und bei Helfern
  • Bindungsstörungen und Konsequenzen für die kindliche Entwicklung
  • Besondere Situationen der Eltern wie Behinderung oder psychische Erkrankungen
Ressourcen für die Arbeit und Anforderung an Hilfeplanung
  • Kommunikation mit Eltern und anderen Helfern ñ Umgang mit Widerstand und Angst
  • Datenschutz und Kooperation
  • Trennungen, familienersetzende Hilfen und die Gestaltung von Übergängen
  • Projektsupervision, -präsentation und Selbstreflexion

Praxisprojekt: Die Durchführung und der Erfolg der Weiterbildung sind an ein praktisches Projekt innerhalb des Tätigkeitsfeldes gebunden, das von den Teilnehmern kursbegleitend entwickelt, reflektiert und präsentiert wird. In arbeitsfeldübergreifenden Gruppen wird ein Hilfeplan für eine Familie mit einem Baby oder Kleinkind ausgehandelt.

Ablauf und Fakten

Leitung:
Dr. Mauri Fries, Diplom-Psychologin, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin, Supervisorin, Vorsitzende der "deutschsprachigen Gesellschaft für seelische Gesundheit in der frühen Kindheit" GAIMH e.V.
Barbara Bütow, Diplompädagogin mit Zusatzausbildung in systemischer Beratung und Supervision sowie Organisationsberatung, Mediation und Coaching
Der Kurs wird durchgängig von beiden Dozentinnen geleitet.

Struktur: Die Weiterbildung ist an die Situation von Berufstätigen angepasst. Sie erstreckt sich über einen Zeitraum von 12 Monaten, umfasst 12 Tage, die in 4 dreitägige Module aufgeteilt sind. Zwischen den Modulen treffen sich die TeilnehmerInnen in einer selbstorganisierten Lern- und Übungsgruppe.

Ort Neustadt an der Weinstrasse
Teilnehmerzahl: 18
Teilnahmegebühr 1130,– €
Der Preis enthält 50,- € Organisationsgebühr.
Zertifikat Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die TeilnehmerInnen ein qualifiziertes Zertifikat der SGST und des Martha-Muchow-Instituts Leipzig.
Termine

30.05. - 01.06.07
03.10. - 05.10.07
13.02. - 15.02.08
27.05. - 29.05.08

Beginn jeweils am 1. Tag um 10.00 Uhr, Ende am 3. Tag gegen 15.30 Uhr

Anmeldung

Andreas Kannicht
67433 Neustadt an der Weinstraße, Gipserstr. 15



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Siehe auch: Entwicklungspsychologische Beratung mit Dr. Mauri Fries und Barbara Bütow in Rheinland-Pfalz