Atelier: Die „dunklen Seiten“ der Sozialpädagogik: Ideale, Negatives und Ambivalenzen

AT 53 »dunkle Seiten« in Neustadt an der Weinstraße beginnend am 12. Juli 2018

Helfer_innen bemühen sich andere Menschen zu unterstützen. Manches glückt, anderes gelingt nicht, selbst wenn hinter der Hilfe eine gute Absicht stand. In diesen Fällen bleibt ihre Praxis hinter den eigenen Ansprüchen zurück. Einerseits registrieren sie die eigenen Fehler bzw. Schwächen und nutzen diese selbst wahrgenommene Negativität auch für individuelle und institutionelle Lern- und Entwicklungsprozesse. Andererseits sorgen sie mit Hilfe von ausgefeilten Strategien dafür, dass die eigenen „dunklen Seiten“ unsichtbar werden oder verblassen. Dennoch kehrt das „unglückliche Bewusstsein“ bzw. das Leiden am unerfüllten Ideal zurück und führt zu Konflikten mit sich selbst und anderen, die nicht selten in Erschöpfung enden.

Als Alternative zu diesen zirkulären Prozessen, bietet Mathias Schwabe Ausstiegsoptionen an: ihm zufolge kommt es darauf an, die eigenen Ideale in Frage zu stellen und sie mit Elementen von „Ungewissheit“ und Ambivalenzen anzureichern. Alternative Helfer-Bilder können diesen Prozessunterstützen, indem man die „Last der großen Hoffnungen“ (B. Müller) ein Stück weit hinter sich lassen kann. Wenn man loslassen kann, was oft nicht ohne Schmerzen möglich ist, vermag Fehlerfreundlichkeit zu einer Praxis führen, die zwar nicht durchgängig gut, aber „gut genug“ sein kann. Dazu bedarf es der Orientierung an einer Ethik, die sich von Prinzipien verabschiedet und ein prozessbezogenes „Wandern“ zwischen Standpunkten einübt (Francois Julien).

In dem Seminar wechseln sich Impulsreferate mit Einzel- und Gruppenarbeiten ab, in denen gemeinsam entwickelt wird, wie man über eigene Fehler (Schwächen/Unvermögen) angemessen mit sich selbst und anderen kommunizieren kann. Und wie man als Mitarbeiter_in oder Vorgesetzte_r mit Personen ins Gespräch kommen kann, die man für persönliche oder strukturelle Fehler und Mängel verantwortlich hält.

Literatur:

Schwabe, M. (2016, 2017, 2. Auflage): Die „dunklen Seiten“ der Sozialpädagogik, Ibbenbühren

Gastdozent/in

Gastdozent: Prof. Dr. Mathias Schwabe
Dr. phil., Diplom-Pädagoge, systemischer Berater (IGST & SIT), Supervisor (IGST), Denkzeit-Trainer. Lange Jahre tätig in Praxisfeldern der Erziehungshilfen, zahlreiche Forschungsprojekte, Autor mehrerer Bücher (Methoden der Hilfeplanung, Eskalation und De-Eskalation, Freiraum mit Risiko, Begleiten und Erziehen in der Sozialen Arbeit, Zwang im Heim, Pädagogik mit schwierigen Jugendlichen etc.). Mathias Schwabe lehrt und lernt an der Evangelischen Hochschule Berlin.

Moderation: Andreas Kannicht

Ihr(e) Ansprechpartner(in): Andreas Kannicht

Umfang An 2 Tagen (16 Ausbildungsstunden)
TeilnehmerInnenzahl 16
Ort akasa
Gipserstraße. 15
67434 Neustadt an der Weinstraße
Teilnahmegebühr 230 €
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Anmeldung erbeten bis 16. Mai 2018.

Anmeldeung bei: SGST, Birgit Pfaff, Ackerstr. 13, 66892 Bruchmühlbach-Miesau.

Sie können das nebenstehende Formular nutzen, um sich anzumelden.
Termine

12.07. – 13.07.2018

1. Tag: 10.00 – 18.00 Uhr
2. Tag: 09.00 – 17.00 Uhr

Es werden 16 Ausbildungsstunden bescheinigt.

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Gehört zu dem Programmheft 2018. Zuletzt geändert am 10. Oktober 2017.