Im Akt des Beobachtens „nehme ich etwas wahr“. Dieses Etwas ist das Resultat des Zusammenwirkens von äußeren Stimuli und meinen inneren Interpretationsregeln. Eigentlich „nehme ich nicht wahr“ sondern „ich kreiere“ dieses Etwas. Die Interpretationsregeln reflektiere ich aber in meiner alltäglichen Arbeit eher selten (blinde Flecken der Beobachtung).
Konsequent gesagt, nehme ich nicht den Klienten wahr, mit dem ich im Kontakt trete, sondern ich trete in Kontakt mit dem Klienten, den ich kreiere (Gegenübertragung). Und mit einigen von mir hervorgebrachten Klienten lässt es sich nur schwer zusammenarbeiten. Die Schuld dafür landet leicht bei dem Klienten, weil ich meine eigenen blinden Flecken (Interpretationsregeln) nicht erkenne.
In diesem Seminar lade ich Sie auf die Ebene des zweitens Beobachters ein, um Ihre Interpretationsregeln des Klientenverhaltens bewusst zu reflektieren. Das eröffnet die Möglichkeit, Ihre Klienten mit anderen Augen zu sehen, oder genauer gesagt: Im Prozess der Beobachtung andere Klienten zu erzeugen. Solche, mit den sich vielleicht besser arbeiten lässt.
Gehört zu dem Programmheft 2010.
Zuletzt geändert am 13. Oktober 2009.